Achterbahn #Markus

Meine Gedanken und Gefühle fahren Achterbahn mit mir.

Es kommt immer anders und vor allem anders, als man denkt. Die Verabredungen der letzten Wochen, vermutlich sogar Monate, waren wie ein Abarbeiten. Ich wollte der Möglichkeit eine Chance geben, dass der Kerl, der da vor mir sitzt, der Richtige sein könnte. Es hat ja alles so gut gepasst. Ich war nett Kaffee trinken, nett was Essen, hab mich nett unterhalten, man hat nett miteinander gelacht. Es war alles ja so furchtbar nett. Passt doch gut, hätte man sich von außen denken können. Und das letzte was ich will, ist es das schlecht zu machen. Die Abende waren alle gut. Wirklich. Es waren interessante Gespräche dabei, ich durfte in viele kleine Welten schauen, wie andere Menschen ihr Leben leben. Aber ich habe  nichts gefühlt, wenn ich ins Auto gestiegen bin. Das hat mich zweifeln lassen, ob ich einfach übersättigt bin und nicht mehr erkenne, wenn mir was Gutes passiert. Ob meine Ansprüche astronomisch geworden sind. Ob ich herzlos bin.

Und jetzt bist du in meinem Leben. Also du warst es vorher schon, aber jetzt nehme ich dich so bewusst und intensiv wahr. Ganz ehrlich du erfüllst keine meiner Listen, keine meiner Vorstellungen, die ich mir zusammengezimmert habe, wie alles laufen sollte. Das ganz große Ding mit dem Richtigen, ich dachte das läuft anders. Und vielleicht läuft es auch anders. Zumindest in Filmen.

Aber ich mag unsere Geschichte bisher. Einfach nur weil ich dich mag. Nach so vielen perfekt inszenierten Dates, bei denen sich beide so gut wie möglich in Szene gesetzt haben, nach außergewöhnlichen Verabredungen und den unterschiedlichsten Kerlen, habe ich meine Idealvorstellungen einmal durch. Wunderbar ausgeleuchtet und mit Drehbuch.

Und dann warst da immer wieder du. Wie eine ruhige Konstante. Gedacht hab ich mir nicht viel dabei. Vermutlich immernoch mehr als du, aber wer weiß. Und dir scheint tatsächlich was an mir zu liegen. So richtig sicher bin ich mir da immernoch nicht. Aber die Zeichen sprechen für dich. Und mein Körper signalisiert Sturm.

Gerade überlege ich mir, wie es wohl weitergehen soll, ob wir alles dabei belassen wie es ist. Eine Freundschaft. Ein kleiner Flirt. Was auch immer. Da stehst du vor mir und siehst mich an. Und ich vergesse das mit der Freundschaft. Vielleicht hätte es geklappt es zu belassen wie es ist, wäre dieser eine Abend nicht gewesen. Es wurde ein langer Abend und irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten, ich wollte nur noch wissen wie sich deine Lippen anfühlen, wie du schmeckst, wie sich deine Hände in meinen Haaren anfühlen, wie es ist dich so anzufassen zu können, wie ich es möchte.

Wo wir stehen, weiß ich nicht. Irgendwo zwischen „Zu dir oder zu mir?“ und einer freundschaftlichen Umarmung zum Abschied.

Und du fühlst dich so gut an. Ich kann dir kaum nah genug kommen. Und wenn ich die Augen öffne, sehe ich dich. Dich, dessen Gesichtszüge mir so gut bekannt sind, und doch bist du wie ein Anderer, wenn du mich so ansiehst. Wenn du mir so nah bist. Du wirkst schutzlos. Und ich bin es auch.

Noch können wir vielleicht zurück. Noch können wir all das wieder bleibenlassen. Oder ich ändere meine Definition von dem was ich für das Richtige halte. Wenn ich mal einen Moment alle Vorstellungen, die sich so gesammelt haben in meinem Kopf, ausblende. Nicht darüber nachdenke, welche Gründe dagegen sprechen, dagegen dich einfach zu mögen und um mich haben zu wollen. Ja, dann fällt mir auf, dass ich mich bei dir fallen lassen kann und du eine reale Version von mir kennst. Eine Version, die auch mal müde, gestresst und traurig ist. Jemanden, der gern Kaffee und Weißwein trinkt und sich so manches Mal lieber zwei Stunden auf dem Parkplatz unterhält als in hohen Schuhen im Club zu stehen.

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