Ein Plädoyer für die Freiheit #Single 2.0

Es kann so schön sein abends oder auch schon nachmittags einfach das Handy abzuschalten und nicht erreichbar zu sein. Oder zwar sinnlos herumzusurfen, aber einfach nicht in WhatsApp zu gehen.

Weil man sich nicht melden muss. Weil niemand wartet zu erfahren, was man gerade macht. Weil sich niemand vernachlässigt oder ungeliebt fühlen wird, nur weil man gerade lieber schweigt und den eigenen Gedanken nachhängt oder die fünfte Folge der aktuellen Lieblingsserie schaut. Und das in einer leuchtend pinken Jogginghose, Wein aus einem Coca-Cola Glas trinkend und auf dem Bauch eine Tiefkühlpizza balancierend. Im Gesicht mit etwas, das noch vage an Make-up erinnert. Ganz vage. Natürlich ohne BH. Dafür mit den Lieblingsflauschesocken.

Und gleichzeitig ist es schön, wenn man sich auf jemanden verlassen kann, der sich regelmäßig meldet und einfach da ist. Und das „einfach nur da sein“ meine ich im besten Sinne. Dann kommt man sich sonntags auch nicht vor wie der letzte Mensch auf der Welt, für den sich niemand interessiert.

Also was ist die richtige Mischung?

Wie schaffe ich es die Singleversion von mir, an der ich inzwischen wirklich hänge, in die Zweisamkeit mitzunehmen und sie nicht aufzugeben? Ich bekomme das böse Wort mit V – „vergeben“ – ja schon kaum mehr über die Lippen, auch wenn es da jemanden gibt. Ich habe Angst nicht mehr Ich zu sein. Und nicht nur vergeben zu sein, sondern etwas von mir wegzugeben. Etwas, an dem ich wirklich hänge. Und vor allem gerade einen großen Teil dessen, das mich für den anderen anziehend gemacht hat.

8 Antworten auf “Ein Plädoyer für die Freiheit #Single 2.0”

  1. Wie sehr du mir gerade aus der Seele sprichst… Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich schon so lange Single bin und darin voll aufgehe. Ich bin es zu sehr gewohnt, einfach nur mit mir selbst mein Leben zu verbringen, dass ich gar nicht mehr wüsste, wie das überhaupt geht, diese „Beziehungsding“. Sich auf jemand anderen einstellen und Kompromisse eingehen zu müssen, auch wenn man viel dafür zurückbekommt. Ich frage mich dann immer, ob es das wert ist. Wahrscheinlich nur, wenn dieser Mensch gerade genau richtig für einen ist. Am Ende ist mir das alles dann doch zu kompliziert und ich bleibe lieber für mich.

    Aber in der Regel braucht es wohl einfach nur den richtigen Partner und alles ergibt sich ganz natürlich. Dann hast du auch nicht das Gefühl, dass du etwas von dir selbst verlierst. Sobald diese Angst mit einem anderen Menschen auftritt, ist das für mich ein Zeichen, dass ich sie/ihn wieder gehen lassen sollte, weil ich mich sonst nur verstellen oder mir den Kopf zermartern würde.

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    1. Da fühlt man sich gleich viel weniger allein, wenn jemand das Gefühl teilt.

      Und ja ich denke auch, dass entscheidend darauf ankommt, wer der Partnet ist und vor allem wie stark die Gefühle sind, die er in einem auslöst. Dass man Sehnsucht spürt und den anderen gern nah an sich heranlässt und Kompromisse plötzlich okay sind nur um den anderen glücklich zu sehen.

      Und gleichzeitig obwohl mich die Freiheitsliebe und der damit verbundene hin und wieder durchkommende Fluchtinstinkt vielleicht hin und wieder zu früh abhauen lässt, auch wenn noch eine Chance hätte bestehen können, bin ich wirklich froh es inzwischen auch genießen zu können für mich zu bleiben. Das nimmt den Druck und man hat keine Angst mehr vorm Alleinsein.

      Die Freiheit auf das eigene Gefühl zu hören und sich nicht selbst verlieren und trotzdem große Nähe zu einem anderen, ich bin mal gespannt, ob mir irgendwann ein Licht aufgeht wie man da die Balance hält oder ob es einfach ein immerwährender Wechsel ist.. Liebe Grüße nach Berlin zu dir!

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  2. Ich kenne das Gefühl. Gerade sonntags, wenn man so auf der Couch gammelt oder auf dem Balkon die Sonnenstrahlen geniet, wünscht man jemanden bei sich. Aber andererseits gibt man den Freiraum, welchen man derzeit hat wieder auf. Ich kenne das nur zu gut. Es wäre schön, nicht mehr Single zu sein, aber nun ja. 😀 Andererseits bietet dir das Singleleben auch Vorteile. 🤷‍♀

    Liebe Grüße
    Miss Lisbeth

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    1. Ich vermute, dass man immer das vermissen wird, das man gerade nicht hat… Deswegen versuche ich die Phase in der ich jeweils stecke zu genießen und zu überlegen was daran mir so gut gefällt, dass ich es eventuell vermissen könnte… hoffe du kannst dem wirren Gedankengang folgen.

      Liebste Grüße

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  3. Ich glaube, der Gedankengang ist ähnlich wie meiner. 🤔
    Sag mal, ist es eigentlich möglich mit dir in Kontakt zu treten? Finde deine Texte sehr gut und hätte gefragt, ob du nicht einen Gastbeitrag schreiben magst.

    Liebe Grüße

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